Wie alles begann

1960 ( durch Julius Wipfel in Weinheim ) begann die Geschichte des Eurasiers. Das Ziel war es, eine neue Rasse des Polarhundetyps zu züchten. Die tolle Familienhunde sind und gleichzeitig unerschrocken Haus und Hof bewachen. Durch die Kreuzung dieser drei Rassen gelang es ihm eine eigenständige Rasse zu züchten, die die Eigenschaften aller drei Ausgangsrassen in sich vereinigt und die 1973 vom VDH und der FCI anerkannt wurde. Unser heutiger Rassestandard 291... Hunde vom Urtyp.

Julius und Elfriede Wipfel.

Mit ihrem Lebenswerk!

...Das Wesen der wunderbaren 

Chow- Abkömmlinge begeisterten ihn.

 

Danke für diese Rasse!

 


Der Chow Chow:

in China auch Wolfshund oder Bärenhund. Ganz besonders als hervorragender, schneller und unbestechlicher Wächter bekannt.


Der Wolfsspitz:

ebenfalls ein ausgesprochen Guter Wächter. Fremden gegenüber sehr misstrauisch und distanziert. Sehr auf seine Menschen fixiert und ständig im Beobachtungsmodus.


Der Samojede:

Nordische Schlittenhunde die ihre Menschen und Herden vor Wölfen und Bären schützen sollten. Er ist ein unglaublicher Wächter, voller Kraft und Scharfsinn.


Aus diesen 3 tollen Rassen entstand unser heutiger Eurasier.

Der Rassename EURASIER wurde festgelegt nach den Ursprungsländern der Ausgangsrassen:

 

     Wolfsspitz --> EUR- opa

     & Chow-Chow und Samojede --> ASIE- n

 

= EURASIER      

 

Größe und Gewicht:


Rüden:       52 bis 60cm, 22 bis 30kg
Hündinnen: 48 bis 56cm, 18 bis 26kg



Wesen :

Der Eurasier ist selbstbewusst, ruhig, verträglich, anpassungsfähig, lernbereit und intelligent. Vor allem aber hängen die Tiere sehr an ihren Familienmitgliedern, was sie jedoch nicht zum Einmanhund macht. Eurasier brauchen den ständigen und engen Kontakt zu ihren Menschen und sind deshalb für die Zwingerhaltung gänzlich ungeeignet. Im Tierheim würden die sensiblen Hunde außerordentlich leiden und schließlich verkümmern. Da der Eurasier so stark auf seine Familie fixiert ist, sollte man ihn auch im Urlaub nicht in fremde Hände geben. Er will dabei sein – immer und überall.

Die feinfühligen Tiere verfügen über ein besonderes Gespür für die Stimmung und Gemütsverfassung ihrer Menschen und über ein ausgeprägtes Sozialverhalten gegenüber Artgenossen. Außerdem sind Eurasier elegant, selbstbewusst und gleichzeitig angenehm eigensinnig. Charmant tricksen sie ihre Besitzer auch schon mal aus, um ihren Willen durchzusetzen...


Aufbau :

Der Eurasier ist ein harmonisch aufgebauter, mittelgroßer, spitzartiger Hund mit Stehohren, der in verschiedenen Farbschlägen gezüchtet wird.

Am ganzen Körper hat der Eurasier dichte Unterwolle und mittellanges, lose anliegendes Grannenhaar; Fang, Gesicht, Ohren und Vorderseite der Läufe sind kurzhaarig, während die Rute und die Rückseite der Vorder- und Hinterläufe mit langen Haaren besetzt sind.

Der Schädel ist harmonisch geformt, nicht zu breit, von oben und von der Seite gesehen Keilförmig.

Die Nase und die Leftzen sind schwarz pigmentiert, das Gebiß ist kräftig, gesund und vollständig (42 Zähne).

Die Augen sind dunkel, mittelgroß, mit straff anliegendend schwarzpigmentierten Lidrändern.

Die Rumpflänge beträgt etwas mehr als die Widerristhöhe bei mittelschwerem Körperbau.

Die Rute ist buschig behaart und wird aufliegend - nach vorn über den Rücken oder leicht seitwärts - gebogen oder gerollt getragen.

Der Eurasier hat ein raumgreifendes Gangwerk, mit viel Schub und gutem Vortritt


Das Fell :

Eurasier wurden nicht auf eine bestimmte Farbe hin gezüchtet. Die Farbvielfalt des Eurasiers ist sehr groß. 

Es treten z.B. diese Farben auf:

schwarz, schwarzmarken, rot, rot-falben, falben, grau-falben, wolfsgrau in hellen oder dunklen Farbnuancen, mit oder ohne Maske.

 

Nicht zugelassene Farbzeichnungen sind:

                       reinweiß, weißgecheckt und leberfarben.

 

Das Farbergbnis einer Eurasierverpaarung ist willkürlich. So bleibt es spannend und ergibt so manch nette Überraschung.

 

 

Die Zunge:

Die Zunge des Eurasiers ist ebenso bemerkenswert, wie das Fellkleid. Denn diese ist zwar als Rassemerkmal unwichtig, jedoch für Laien immer mal ein Grund, den Eurasier mit einem Chow Chow zu verwechseln. Der Eurasier verdankt der Einkreuzung des Chow Chow die typischerweise blau, bzw. blau-rosa gecheckte oder nur rosafarbene Zunge.

    



Haltung eines Eurasiers :

 

Der Eurasier ist ein Familienhund und auf die ständige menschliche Zuwendung angewiesen. Er lebt als Familienmitglied im gesamten Wohnbereich seiner Menschen. Auch für eine kurzzeitige Zwinger- und Anbindehaltung ist er nicht geschaffen. Tägliches Alleinsein sollte wenn möglich vermieden werden und 5 bis 6 Stunden nicht überschreiten.
Tägliche Freilauf von ca. 2 Stunden (gern verteilt auf 2 bis 3 Spaziergänge) sollten unbedingt bedacht und eingeplant sein...

Der Eurasier wird in der Regel im Alter von 8 bis 9 Wochen an seine neuen Besitzer abgegeben. Für seine Wesensentwicklung im Hinblick auf ein einwandfreies Sozialverhalten ist es besonders wichtig im direkten Anschluß an die Übergabe den Welpen mit möglichst vielen anderen Artgenossen Kontakt aufnehmen zu lassen. Es empfiehlt sich hier, an Welpenspielstunden örtlicher Hundeplätze teilzunehmen. Eine über die Welpenspielstunden hinausgehende Gehorsamsausbildung in einer Hundeschule oder in eigener Hand sollte sich immer anschließen!

Im Urlaub gehört der Eurasier genau so zur Familie wie die eigenen Kinder. Es gibt viele Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen etc. bei denen der Hund gerne als Gast aufgenommen wird...

 

Pflege eines Eurasiers :

 

Eine angemessene regelmäßige Pflege (Ernährung, Fellpflege, Schutzimpfungen, Kontrolluntersuchungen etc.) sollte ebenso selbstverständlich sein.

 

Das Eurasierfell, welches in zwei Schichten, der Unterwolle und dem aufliegenden Grannhaar aufgebaut ist, benötigt relativ wenig Pflege. Es erfordert weder Haare schneiden, trimmen, noch das Baden, man kommt meist mit einem einmal wöchentlichen Durchbürsten des Fells aus. Das dichte Haarkleid des Eurasiers macht ihn kälteunempfindlich. Das Fell ist schmutzabweisend und recht pflegeleicht. Der übliche Aufwand für die Fellpflege des Eurasiers hält sich bei regelmäßiger Anwendung in Grenzen. Bei Haarwechsel sollte der Eurasier öfter gebürstet/ gekämmt werden, da es gelockerte Haare entfernt und man somit den Eurasier nach Verletzungen und unerwünschten Fellbewohnern absuchen kann.


Eine kurze Erklärung der für die Zucht und Nachzucht wichtigen Gesundheitsuntersuchungen:

HD / PL /  Augen / SD / LÜW / DWLM

 

 

HD ~ Hüftgelenksdysplasie

 

Die Hüftgelnksdysplasie (HD) des Hundes ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Betroffen sind sämtliche Hunderassen, wobei großwüchsige Rassen das Krankheitsbild besonders häufig ausbilden.

 

Unter Hüftgelenksdysplasie (HD) verstehen wir eine Fehlbildung der Hüftgelenke. Die beiden gelenksbildenden Knochen, die Gelenkspfanne und der Oberschenkelkopf passen nicht korrekt aufeinander. Die Fehlbildung tritt in der Regel beidseitig auf und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. HD entwickelt sich in den ersten 15 Monaten des Lebens eines Hundes, später verändert sich nur noch das Ausmass der Arthrose.

 

Die Entstehung einer Hüftgelenksdysplasie ist multifaktoriell bedingt. So können genetische Komponenten, eine fehlerhafte Ernährung und auch eine Überlastung des Bewegungsapparates die Entstehung der Erkrankung begünstigen.

 

Eine weitere Ursache sind bestimmte Bewegungsabläufe wie Treppensteigen oder Springen, die zu einer Überdehnung oder Stauchung der Gelenke bis hin zu Rissen im sensiblen Knorpelgewebe führen können. Je häufiger der Hund diesen Bewegungsabläufen ausgesetzt ist, desto schneller verschleißt die Hüfte. Bei jungen Hunden kann eine frühe Überlastung der Gelenke zu Schäden führen.

 

Auch die Ernährung kann Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. So tritt ein weiterer Risikofaktor im Welpenalter auf, wenn sich das Skelett unproportional zum Gewicht entwickelt. Dieser Fall tritt häufig beim herkömmlichen Standardfutter auf, da die Energieversorgung nicht auf den individuellen Bedarf abgestimmt wird. Der Welpe wächst zu schnell heran, Fehlentwicklungen des Skeletts sind die Folge. Welpen und Junghunde haben besondere Ansprüche an ihre Ernährung. So ist der Bedarf an Calcium und Phosphor in der Entwicklungsphase erhöht. Auch kommt es auf ein adäquates Calcium-Phosphor Verhältnis an. Bei einer Unterversorgung mit beiden Mineralien entstehen weiche und instabile Knochen. Bei kommerziellen Futterarten tritt häufig eine gegensätzliche Situation auf, sprich eine Mineralien-Überdosierung. Auch die Zugabe von calciumreichem Zusatzfutter in Form von Knochen oder speziellen Tabletten führt dazu, dass der Welpe mehr Calcium und Phosphor aufnimmt als er benötigt. So kommt es zu einer übermäßigen Einlagerung beider Mineralstoffe und infolgedessen zu spröden Knochen. Im Erwachsenen- und Senioralter können überschüssige Pfunde die Gelenke zusätzlich belasten.

 

HD Schweregrade:

A ~ HD frei

B ~  HD Verdacht

C ~ Leichte HD

D ~ Mittlere HD

E ~ Schwere HD

 

PL ~ Patellaluxation

 

Die Patellaluxation kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, man unterscheidet vier Grade.

 

Patellaluxation Grad 0:

 

Die Patella kann in keiner Gliedmaßenstellungaus ihrer Gleitrinne gedrückt werden.

 

Patellaluxation Grad I:

Die Patella luxiert bei der normalen Gelenkbewegung nur selten, kann jedoch manuell aus der Gelenkrinne gedrückt werden. Bei nachlassendem Druck kommt es zu einer Spontanreposition.

 

Patellaluxation Grad II:

Die Patella luxiert bei normaler Bewegung häufiger und kann schon mit geringradigem Druck von lateral oder bei Beugung des Kniegelenks aus der Gelenkrinne gedrückt werden. Sie bleibt luxiert bis sie manuell reponiert wird, oder es findet eine Spontanreposition statt wenn das Tier das Bein streckt.

 

Patellaluxation Grad III:

Die meiste Zeit verbleibt die Patella luxiert auf der medialen (inneren) Seite. Manuell kann sie in ihre physiologische Stellung gedrückt werden, springt aber bei Beugung oder Streckung des Gelenks von alleine wieder aus der Gelenkrinne.

 

Patellaluxation Grad IV:

Die Patella ist permanent luxiert und kann auch manuell nicht reponiert werden

 

 

SD ~ Schilddrüse

 

Die Schilddrüse liegt bei Hund und Katze im unteren Halsbereich und ist eine der wichtigsten Hormondrüsen für den geordneten Stoffwechsel des Körpers. Sie kann normalerweise nicht getastet werden. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Herstellung der Hormone Thyroxin (=T4, 3, 5, 3´, 5´-Tetrajodthyronin) und Trijodthyronin (= T3). Die Regelung der Hormonproduktion ist ein komplexes Geschehen und erfolgt einerseits über das TSH (Schilddrüsen stimulierendes Hormon), das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird, andererseits über die gebildeten Hormone und drittens über die Jodaufnahme. Aufgrund der derzeitigen Fütterungsgewohnheiten spielt der Jodmangel keine Rolle mehr. Rasse, Geschlecht, Alter, Ernährung und andere Erkrankungen sowie Medikamente können den Schilddrüsenhormonhaushalt beeinflussen.

Schilddrüsenunter- und Überfunktion ist anhand diverser Symptome neben der Laboruntersuchung dem Hund auch anzumerken.

 

 

Augen:

 

Distichiasis ~ Zweite Wimpernreihe 

 

Distichie(n) ~ einzelnes Haar / einzelne Härchen, welche aus den Öffnungen der Drüsen an der Lidkante entspringen.

 

Entropium ~ Roll-Lid / eine Augenlidfehlstellung beim Hund bei der sich das Augenlid nach innen einrollt. Meist ist das Unterlid des Hundes betroffen.

 

Ektropium ~ Hängelid beim Hund fällt meist schon bei dem ersten Blick auf. Der Lidrand des unteren Augenlids liegt dabei dem Auge nicht glatt an.

 

 

LÜW ~ Lumbosakraler Übergangswirbel

 

ln Zusammenarbeit mit führenden Dysplasiegutachtern aus Deutschland wurde eine einfache Typisierung der lumbosakralen Übergangswirbel entwickelt. Sie basiert  auf den beiden Kriterien a) Verschmelzung der Dornfortsätze des Kreuzbeines und b) Symmetrie der Verbindung zwischen  Übergangswirbel und Becken.

 

Ein normaler lumbosakraler Übergang wird als Typ 0 oder frei bezeichnet, die ausgebliebene Verschmelzung der Domfortsätze des ersten und zweiten Kreuzwirbels als Typ 1. Eine symmetrische  Missbildung der Querfortsätze wird als Typ 2 bezeichnet.  Bei unterschiedlich geformten  Querfortsätzen, also einem asymmetrischen lumbosakralen Übergangswirbel, besteht  ein Typ 3.

 

 

DWLM ~ Dandy Walker Like Malformation

 

 

Die sogenannte Dandy-Walker-Like Malformation (DWLM) wird von einer Mutation im VLDLR-Gen ausgelöst, die zu einer Hypoplasie (Unterentwicklung) des Kleinhirns führt. Die Symptome sind verschiedene Formen von Ataxie, die bereits im Alter von 5-6 Wochen in Erscheinung treten. Die Stärke schwankt individuelle und kann von geringem Schwanken über Gleichgewichtsstörungen bis hin zu schubweise auftretendem Umfallen reichen. In manchen Fällen sind auch epileptische Anfälle möglich. Aufgrund des autosomal-rezessiven Erbgangs erkranken nur homozygot betroffene Tiere.

 

Für jedes Merkmal liegen im Genom zwei Kopien vor. Je eine Kopie erhält das Tier von seinem Vater und eine von seiner Mutter. Wird ein Merkmal autosomal-rezessiv vererbt bedeutet dies, dass ein Tier nur erkrankt, wenn es je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten hat. Es müssen also sowohl Vater- als auch Muttertier das mutierte Gen tragen, selbst aber nicht unbedingt erkrankt sein.


Es existieren drei Genotypen:
1. Genotyp N/N (homozygot gesund): Dieses Tier trägt die Mutation nicht und hat ein extrem geringes Risiko an der Krankheit zu erkranken. Es kann die Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben.

2. Genotyp N/mut (heterozygoter Träger): Dieses Tier trägt eine Kopie des mutierten Gens. Es hat ein extrem geringes Risiko an der Krankheit zu erkranken, gibt die Mutation aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an seine Nachkommen weiter. Ein solches Tier sollte nur mit einem mutations-freien Tier verpaart werden.

3. Genotyp mut/mut (homozygot betroffen): Dieses Tier trägt zwei Kopien des mutierten Gens und hat ein extrem hohes Risiko an der Erbkrankheit zu erkranken. Es gibt die Mutation zu 100% an seine Nachkommen weiter und sollte nur mit mutations-freien Tieren verpaart werden.

 

Träger geben die Erbanlage mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Nachkommen weiter. Bei der Verpaarung von zwei Trägern besteht die Gefahr, dass die Nachkommen von der Erkrankung betroffen sind (25%).
Die Existenz von Trägern in einer gesunden Population erhöht die Variabilität des gesamten Genpools, weshalb diese nicht kategorisch von der Zucht ausgeschlossen werden sollten. Eine Verpaarung sollte jedoch immer nur mit mutations-freien Tieren erfolgen, so dass keine homozygot betroffenen Tiere entstehen können.