Der Harz und seine Sagengeschichten !!!

Unheimlich und mystisch sind die Geschichten im Harz.

Die wohl bekanntesten sind die Geschichten über die Walpurgisnacht auf dem

Hexentanzplatz.

Der Sprung der Prinzessin Brunhilde über die Bode oder der Teufel und sein nächtlicher Bau der Teufelsmauer.

All diese wunderbaren Erzählungen leben bis heute.

 


Die Roßtrappe

Einst lebten im Harz gewaltige Riesen. Einer von ihnen namens Bodo begehrte die schöne Königstochter Brunhilde. Diese wies ihn jedoch ab.

Eines Tages war Bodo im Wald unterwegs und traf dort auf Brunhilde, die auf ihrem Pferd ausritt. Der Riese wollte die Prinzessin in seine Gewalt bringen und jagte sie kreuz und quer durch das Gebirge. Er hatte sie bereits fast eingeholt, als sich vor ihnen eine tiefe Schlucht auftat. Brunhilde gab ihrem Pferd die Sporen und sprang mit ihm über das Tal auf den gegenüberliegenden Felsen. Dort hinterließ der Aufprall des Pferdehufes einen tiefen Abdruck im Gestein. Lediglich die schwere goldene Krone verlor die Prinzessin bei ihrem waghalsigen Sprung.
Der Felsen erhielt später den Namen "Roßtrappe", wo noch heute der Hufeisenabdruck bestaunt werden kann.

Der Riese Bodo aber war mitsamt seinem Pferd zu schwer und stürzte in das Wasser des Gebirgsflusses, welcher unten im Tal entlangfloß. Dieser Fluß wird seitdem nach dem Riesen "Bode" genannt. In einen schwarzen Hund verwandelt bewacht Bodo bis auf den heutigen Tag im dortigen Kronensumpf die Krone der Prinzessin.

Viele Taucher haben seitdem versucht, diese goldene Krone zu bergen. Keinem ist dies jemals gelungen. Stets war die Krone zu schwer und sie versank wieder in den Fluten. Wer zum dritten Mal nach der Krone der Prinzessin tauchte, wurde von Bodo in der Tiefe zerrissen, so das sich das Wasser der Bode vom Blut des Tauchers rot färbte.

 

 

 

Prinzessin Brunhilde beim Sprung über die Bode


Die Walpurgisnacht

Die Walpurgisnacht wird immer am Vorabend des Namensfestes der heiligen Walburga gefeiert, einer gelehrten Frau und Äbtissin eines Nonnenklosters, deren Leben in keinem Zusammenhang mit Hexen und dem Teufel stand. Erst ihre Heiligsprechung durch Papst Hadrian II. an einem 1. Mai stellte die Verbindung zur heutigen Walpurgisnacht her, denn durch zahlreiche Wundertaten, welche Walburga zugeschrieben werden, gilt sie auch als Schutzpatronin der Seefahrt und gegen böse Geister.

Der Sage nach versammeln sich zur Walpurgisnacht die Hexen auf dem Hexentanzplatz bei Thale, um von dort aus auf Besen, Mistgabeln, Katzen u.ä. "Fluggeräten" gemeinsam zum Brocken zu fliegen, wo das eigentliche Hexenfest stattfindet. Auf diesem tanzen angeblich alle Hexen in einem großen Kreis mit dem Rücken zueinander um das Feuer herum und küssen anschließend dem Teufel den Hintern. Dann lassen sie sich mit dem Teufel vermählen, worauf dieser die Hexen mit dem sogenannten Hexenmal zeichnet und ihnen die Fähigkeit zur Zauberei gibt.

 

Die Walpurgisnacht auf "der Hexe"

 

Jedes Jahr am 30. April ist dieses Spektakel im Harz ein Anziehungspunkt für Menschen aus allen Richtungen!


Die Teufelsmauer

Vor Urzeiten, als Gott und Teufel die Erde unter sich aufteilten, wurde zwischen beiden vereinbart, daß dem Teufel all das Land gehören sollte, welches er in einer Nacht bis zum ersten Hahnenschrei mit einer Mauer umbauen konnte. In jener Nacht, als der Teufel sein Bauwerk begann, war nun aber eine alte Frau unterwegs, die auf dem Markt einen Hahn verkaufen wollte. In der Dunkelheit stolperte sie, und der Hahn erschrak sich dabei und begann zu krähen. Der Teufel hörte dies und dachte, daß seine Zeit schon um sei und riß vor lauter Wut die Teufelsmauer wieder ein. Die Reste sind bis auf den heutigen Tag stehengeblieben.


Die Sage vom HUND QUEDEL

Im Stadtwappen von Quedlinburg befindet sich u.a. ein Hund namens Quedel. Verschiedene Sagen ranken sich um dieses Tier und den Namen der Stadt.

Angeblich hatte sich Kaiser Heinrich III. bis über beide Ohren in seine bildhübsche Tocher Mathilde verliebt. Diese wies ihn aber stets angewidert zurück und betete vergeblich zu Gott, daß er ihre Schönheit in Häßlichkeit verwandele, damit ihr Vater von ihr abließ.

Eines Tages kam der Teufel zu Mathilde und bot ihr seine Hilfe an. Sie handelte mit ihm aus, daß ihre Seele dem Teufel gehört, wenn dieser sie drei Nächte in Folge schlafend antrifft. Mathilde hielt sich in den folgenden Nächten wach, indem sie webte und stickte. Sobald sie einzuschlafen drohte, bellte ihr Hündchen Quedel, so daß sie wieder hellwach wurde.

Der Teufel fühlte sich überlistet und wurde wütend. Voll Zorn schlug er Mathilde seine Krallen ins Gesicht. Dadurch wurde sie so häßlich, daß ihr Vater jegliches Interesse an ihr verlor.

Mathilde ließ zu Ehren ihres Hundes Quedel die Abtei Quedlinburg errichten, wo sie fortan selbst ein Gott zugewandtes Leben führte.

 

 

 

              Im Stadtwappen von Quedlinburg

 

                             QUEDEL der Hund